Flügel
      
Eigene Gedanken zu «Tasten auf dünnem Eis»


Beim Schreiben dieses Buches war mir wichtig, Distanz zu meinen eigenen Emotionen zu wahren, das Gewicht auf sprachliche Gestaltung und Komposition zu legen und dennoch ehrlich, wahrhaftig und ohne zu psychologisieren Gefühle zu vermitteln.
Das Buch sollte auch nicht den Zweck einer Selbsttherapie erfüllen, dazu wäre ein Tagebuch da. Deshalb habe ich die Form des Romans statt des Erfahrungsberichts sowie die dritte Person gewählt. Diese Punkte waren für mich von Anfang an klar.
Die äußere Form hat sich jedoch erst später herauskristallisiert. Die Rückblenden drängten sich auf, als ich sah, dass das Verständnis der Leser für die Situation, in der Mara während des Klinikaufenthalts steht, und für ihre psychischen Schwierigkeiten gewinnt, wenn Maras Vergangenheit und somit die Entstehungsgeschichte der krankhaften Anteile ihrer Persönlichkeit auf einer zweiten Ebene mitläuft.
Zuerst plante ich, mehrere Figuren durch ihre Zeit in der Klinik zu begleiten, um den Fokus nicht allein auf Mara zu legen. Danach vermutete und befürchtete ich, dass sich die Lesenden dann zu wenig in die einzelnen Figuren einzufühlen, sich nicht genügend mit ihnen zu identifizieren vermögen. Genau dies wollte ich mit der Beschränkung auf Mara bewirken.
Zwischen dem Schreiben eines fiktionalen Textes (Roman) und eines Erfahrungsberichts sehe ich deutliche Unterschiede. Beispielsweise versuche ich beim literarischen Schreiben, das Unmittelbare durch bildhafte Vergleiche umzugestalten, wobei mein Ziel Einfachheit und Klarheit ist. Besonders wichtig ist mir die «Regel», Gefühle wo immer möglich nur anzudeuten, durch Körperhaltungen, Mimik, Handlungen, statt sie wörtlich zu benennen. Ich fragte mich jeweils: Was will ich zeigen, welchen Zustand, welche Erfahrung, welche Eigenschaft von Mara vermitteln? Dann überlegte ich mir, in welcher Art von Szene ich dies am eindringlichsten darstellen könnte. Auf diese Weise entstanden die Episoden, sowohl jene in der Klinik als auch die Rückblenden.
Irgendwann folgte das große Reduzieren. Ich strich ganze Kapitel, kürzte Szenen oder verknüpfte mehrere miteinander. Nichts sollte ohne eindeutigen Sinn doppelt erscheinen. Kommentare und psychologische Feststellungen verbannte ich (so hoffe ich zumindest!) oder verpackte sie in Dialoge, wo Kommentieren bekanntlich eher erlaubt ist, da es dann aus dem Mund einer Romanfigur und nicht aus jenem der Autorin stammt.
Meine eigenen Erlebnisse bilden die Bausteine dieses Buches. Mit Mara formte ich aber eine neue Figur, die zwar aus meinen Gefühls- und Erfahrungselementen besteht, während des Schreibens dennoch eine andere Person war, eine, die ich von außen betrachten konnte. Zudem verfremdete ich äußere Gegebenheiten meiner Biografie, die Chronologie sowie andere Tatsachen, aus schreibtechnischen Gründen und natürlich auch, um lebende Vorbilder (Familie, Lehrpersonen, Klinikpersonal, Patienten u. a.) zu schützen. So konnte ich auch besser von mir selbst abrücken und mehr Distanz zur Romanfigur Mara schaffen.
Gegen Ende des Schreibprozesses geriet ich zunehmend in Versuchung, Mara zurückzudrängen, ihr mich persönlich überzustülpen. Das alarmierte mich, und da mir diese unheilvolle Entwicklung bewusst geworden war, konnte ich gegensteuern. Danach schloss ich «Tasten auf dünnem Eis» sehr bald ab …

Über das Schreiben

Während ich als Korrektorin täglich fremde Texte berichtigen und dabei die eigene Kreativität in den Hintergrund verbannen sollte, wozu ich mich zeitweise durchaus zwingen musste, wurde mein Bedürfnis immer größer, selbst einen längeren literarischen Text zu verfassen. Der Wunsch zu schreiben war also lange vor dem Stoff für «Tasten auf dünnem Eis» da.
Früher zeigte sich meine Liebe zur Sprache und zum Schreiben darin, dass ich in der Schule am liebsten dauernd Aufsätze geschrieben hätte.
Dieses Bedürfnis nach schriftlichem Ausdruck verflog auch nach der Schulpflicht nie. Doch die Musik war mir wichtiger, mein Cello und mein Klavier lagen mir mehr am Herzen und waren meine Ausdrucksmittel.
Als ich nach dem Konservatorium die Musik als Beruf aufgab, spürte ich deutlich den Verlust dieser Möglichkeit, mich kreativ auszudrücken, ich brauchte einen neuen Ort, eigene Ideen und Empfindungen umzusetzen.
Auch wenn das Schreiben ein wertvoller Ersatz für die Musik ist, sehe ich klare Unterschiede. Die Musik vermag Stimmungen unmittelbarer auszudrücken, sie ist nonverbal, kann unser Denken leichter umgehen, direkter zur Seele vordringen oder uns in Schwingungen versetzen. Als Musizierende bin ich auch durch die Beteiligung des ganzen Körpers, die Bewegungen, die sich je nach Stimmung des Musikstücks verändern, mehr engagiert.
Am (literarischen) Schreiben wiederum schätze ich, Eigenes zu produzieren, statt als Vermittlerin von Ideen und Stimmungen eines Komponisten zu dienen. Genau diese Vermittleraufgabe, die Einfühlungsvermögen verlangt, empfinde ich aber ebenfalls als sehr wertvoll und befriedigend. Natürlich vor allem dann, wenn ich das Gefühl haben darf, dem Komponisten und seinen Absichten wirklich gerecht geworden zu sein.



Tasten

(Artikel erschienen in der deutschen Zeitschrift ''Pflegemagazin'', Dezember 2004)

Szenen aus einem Klinikaufenthalt
von Karin Linsi

«Tasten auf dünnem Eis», so fasst die Autorin ihre Erfahrungen zusammen, die sie als Patientin gesammelt hat.

Hinführung 

1998 verbrachte ich als Patientin drei Monate in einer psychosomatischen Klinik in der Schweiz. Eine Weile nach meinem Austritt begann ich meine Erfahrungen in Form eines autobiografischen Romans niederzuschreiben.
Das Buch mit dem Titel «Tasten auf dünnem Eis» sollte nicht den Zweck einer Selbsttherapie erfüllen. Deshalb habe ich die Form des Romans statt eines Erfahrungsberichts sowie die dritte Person gewählt, eine Frau namens Mara ist die Hauptfigur.
Mara war für mich während des Schreibens eine andere Person, eine, die ich von außen betrachten konnte, die aber dennoch aus meinen Gefühls- und Erfahrungselementen besteht. So konnte ich besser von mir selbst abrücken und Distanz zur Romanfigur schaffen.

Der erste Tag

Mara stellt ihren leer gegessenen Teller auf den Geschirrberg in der Abwaschküche und eilt am Salon vorbei in ihr Zimmer. Als ob ihr ein Verfolger auf den Fersen wäre, drückt sie die Tür hinter sich zu, und sofort rinnen Tränen über ihre Wangen.
Sie setzt sich auf die durchgelegene Matratze und weint eine Weile still vor sich hin.
Nachdem sie sich etwas beruhigt hat, fragt sie sich, was für ein Mensch dieses Zimmer vor ihr bewohnt haben mag. Sie beginnt den Raum abzusuchen, als könnte sie irgendwelche Spuren entdecken. Es riecht nach frischer Bettwäsche und Möbelpolitur. Ein schlichter Holzschrank steht in der Ecke, an der längeren Wand ein schmaler Schreibtisch, gegenüber das Bett. Die wenigen Möbelstücke füllen das Zimmer beinahe aus, lassen zwischen Bett und Schreibtisch nur einen engen Durchgang. Doch es ist ein Einzelzimmer, das ist die Hauptsache.
Gedankenverloren dreht Mara den Radiowecker an. Als ein Klavierwerk von Mozart aus dem Lautsprecher tönt, zuckt sie zusammen, schaltet wie elektrisiert die kristallklare Musik wieder aus, jene Sonate, die sie einmal auf einem Wettbewerb hätte spielen sollen, wenn sie ihrer Klavierlehrerin auf dem Konservatorium diese Idee nicht vor lauter Lampenfieber ausgeredet hätte.
Sie fühlt sich plötzlich unendlich müde. Wie gelähmt legt sie sich hin, schließt die Augen. Doch die ganzen Eindrücke des Tages stürmen auf sie ein, die Gesichter all der fremden Menschen starren sie an, nehmen ihr fast den Atem. Unbehaglich denkt sie an das Gruppengespräch zurück und an alle bevorstehenden. Wie unerbittlich die Betreuer nachhakten, keine vagen Formulierungen akzeptierten! Und wie offen alle waren, als ob nichts zu persönlich, zu unbedeutend wäre! Und Essgruppe – das klingt, als ob man da den ganzen Tag nichts anderes tun würde als essen! – Zwölf Wochen hier bleiben?
Die anderen sitzen jetzt vielleicht alle unten im Klinikcafé, im «Intermezzo», und haben es schön zusammen …
Wenn Lischka doch jetzt hier nebenan läge, schnurrend, voller Liebe und Liebebedürftigkeit!
Am Morgen, als die Katze zu ihr unter die Bettdecke gekrochen kam und sich an ihren Bauch schmiegte, hat Mara ihr nochmals erklärt, sie müsse sich voraussichtlich drei Monate lang vorwiegend von den Nachbarn versorgen lassen …
Ich kann hier jederzeit wieder austreten, überlegt Mara plötzlich, mir geht’s sowieso zu gut für die Klinik, jemand anderer von der Warteliste bräuchte meinen Platz sicher dringender, ich hätte ebenso gut zu Hause bleiben und dort meine Therapie weiterführen können …


Der Grund des Aufenthaltes

Das erste Mal als Patientin in eine Klinik einzutreten, mich also in die Obhut von Betreuern zu begeben, war eine fremde Situation für mich, die ganz gemischte Gefühle auslöste. Ich litt unter Magersucht und, wie noch heute mit 37 Jahren, unter einer Angststörung und Depressionen. Ich war damals 31 Jahre alt, fühlte mich von daher selbstständig, doch zugleich war mir bewusst, Hilfe zu brauchen, um ein halbwegs befriedigendes, erfülltes Leben führen zu können. Die Magersucht war der offizielle Grund für den Klinikeintritt, doch mir persönlich lag mehr am Herzen, meine langjährige Angst und meine Depressivität zu überwinden. Die Magersucht wollte ich mir irgendwo bewahren ...
Doch genau dort setzten die Klinikfachleute den Schwerpunkt – was ich durchaus nachvollziehen kann. Dort, in der Essensverweigerung, saß aber auch mein Wille – und dieser Wille musste vom Betreuungsteam gebrochen werden. Was hätten die Betreuungspersonen (im folgenden Buchausschnitt ist «Silvio» meine persönliche Bezugsperson) auch anderes tun können?


Die Gespräche

Silvio sieht von seiner Schreibarbeit auf, als Mara punkt fünfzehn Uhr im Türrahmen des Teamzimmers erscheint. Er zieht den rechten Mundwinkel hoch, schraubt gemächlich die Verschlusskappe auf den Füllfederhalter und macht eine einladende Geste zum Sofa in der Ecke.
Mara setzt sich neben ihn auf das breite nostalgische Möbel. Sie weicht seinem Blick aus und betrachtet seine Designerschuhe mit den eckigen Absätzen. Sind die handgenäht? Sind die bequem? Wie viel mögen die gekostet haben? … Sie reißt sich von seinem Schuhwerk los und sagt: «Ich weiß nicht, ob ich hier bleiben soll.»
Silvio lächelt, doch Mara weiß nicht, was das Lächeln bedeutet, und da er nicht weiter reagiert, fährt sie fort: «Hier sind so viele Menschen. Ich fühle mich all den Begegnungen irgendwie schutzlos ausgesetzt. Als ob all die Eindrücke ungefiltert auf mich einprasseln würden. Und – ich spüre so mächtigen Druck vom Team, mich euren Wünschen gemäß zu verhalten. Ich habe fast keine Chance, meine Bedürfnisse durchzusetzen.»
Silvio zieht die Augenbrauen hoch, sein Lächeln weicht einem genervten Zug um den Mund.
«Mara, du befindest dich hier in einer Klinik, und ich denke, ich darf in Frage stellen, ob du deine Bedürfnisse überhaupt kennst! Wie hast du gelebt, bevor du hierher gekommen bist? Hast du gewusst, was dir gut tut?»
Mara lässt sich an die Rückenlehne fallen. Ja, ja, du hast ja Recht! Sie richtet sich wieder auf.
«Aber ich fühle mich trotzdem bedrängt, gegen meinen Willen zu handeln. Ich bin zum Beispiel gern allein. Ihr wollt mich aber zu gemeinsamen Aktivitäten zwingen. Und – ja, ich habe auch Angst vor dieser Nähe. Ich habe Angst, mich selbst zu verlieren und bei diesem dauernden Kontakt gar nicht zu mir vorzudringen.»
«Du weißt genau, dass du dich bis zu deinem Klinikeintritt radikal zurückgezogen hast. Du musstest ja noch deine letzten überlebenden Freundschaften beenden. Sogar aus der Arbeitswelt hast du dich zurückgezogen. Jetzt üben natürlich all die Menschen hier, die ebenfalls in einer schwierigen Lebensphase stehen, massiven Einfluss auf dich aus, logisch. Aber du hast draußen ja kaum jemanden. Das sollte dir Angst machen!»
Silvio sieht sie eindringlich an.
«Du wirst dich hier anderen Ängsten stellen müssen als der vor Menschenansammlungen, geschlossenen Räumen, im Tunnel stecken gebliebenen Zügen oder dem Zunehmen! Und anderen Fragen begegnen als der, ob Weißkohl mehr Kohlehydrate enthält als Knollensellerie oder wie viele Dörraprikosen fünfzig Gramm wiegen!»
Mara heftet ihren Blick auf die Dienstpläne des Betreuungsteams und die vielen Notizzettel an der Wand.
«Ich weiß schon», murmelt sie.
«Mara, es ist wichtig für dich, hier zu lernen, dass du Unterstützung holen kannst. Jederzeit. Nimm unsere Hilfsangebote an, dafür sind wir ja da – aber du musst den ersten Schritt tun und auf uns zugehen. Versuch nicht immer, alles mit dir selbst auszumachen!»
«Mir ist schon aufgefallen, dass die anderen euch öfter um Gespräche bitten als ich. Aber ich denke manchmal, meine Probleme seien zu banal. Das ist falsch, ich weiß schon», beeilt sich Mara anzufügen.
Sie zögert einen Moment, dann sagt sie: «Aber auch das Essen. Ich soll Dinge essen, die gar nicht so gesund sind oder die ich nicht essen will. Mit oder ohne Magersucht.»
Silvio grinst, als hätte er darauf gewartet, dass sie ihn von ihrem natürlichen Verhältnis zum Essen überzeugen will.
«Entschuldige, Mara, ich muss dir absprechen, über eine gesunde Selbsteinschätzung zu verfügen, speziell, was das Essen betrifft. Du selbst hast das Wort rigide gebraucht, als du von deinem Essverhalten geredet hast. Und nochmals, was Beziehungen betrifft: Aus deinem fatalen Rückzug kannst du bloß mit Kontaktversuchen wieder herauskommen. Ich erteile dir jetzt gleich eine weitere Aufgabe: Du verabredest dich in der kommenden Woche mindestens dreimal mit anderen Patientinnen! Geht in der Stadt bummeln, stöbert durch die Läden und redet über Kleider, Mode, was weiß ich, über Banales eben! Das ist spontanes Leben, und darin sollst du dich bewegen lernen. Statt nur in der Theorie oder in philosophischen Sphären! – Gut, dann will ich mir jetzt dein Essprotokoll ansehen. Hast du’s regelmäßig geführt?»
«Bestimmt.»
Mara greift nach dem Ringbuch, das neben ihr auf dem Boden liegt, reicht es Silvio und behält wachsam sein Gesicht im Auge.
«Hattest du eigentlich schon immer eine so winzige Schrift? Aber alles sauber dargestellt, muss ich sagen.»
Silvio schüttelt den Kopf.
«Was mir inhaltlich nicht passt, ist das fehlende Frühstück. Wir haben doch vereinbart, dass du keine Mahlzeiten auslässt. Wenn ich deine Notizen lese, sehe ich auch, dass du öfter einen Salatteller bestellst statt das vegetarische Gericht. Außerdem hast du versprochen, dich wenigstens ab und zu zum Dessertessen durchzuringen! Mara, falls du nicht mitspielst, gibt es Tellerservice statt Selbstbedienung, denk dran!»
«Ich kann versuchen, am Morgen etwas Obst –»
«Obst! Was ist denn Obst? Das kannst du meinetwegen als Zwischenmahlzeit essen. Ich möchte, dass du richtig frühstückst, Brot, Müesli, was weiß ich, eben wie alle anderen! So wie ich es mitbekommen habe, holst du meist im Salon nur dein Medikament und eine Tasse Kaffee und verschwindest damit in deinem Zimmer.»
Mara spürt, dass Widerstand sinnlos ist, beteuert, sich Mühe zu geben und am Frühstück teilzunehmen, obwohl sie nicht die geringste Lust dazu verspürt.

Am späten Abend setzt sie sich an den Schreibtisch und beginnt in ihr Tagebuch zu schreiben:

Lasse ich mich von Silvio überfahren, oder soll ich vertrauensvoll seine Anweisungen befolgen und davon ausgehen, dass er es gut meint? Unser Gespräch endete mit meinem Versprechen, alle seine Aufgabenstellungen zu akzeptieren und mein Angsttraining zu betreiben – wie ein Langstreckenläufer sein Laufpensum! Ich bin in einem ekelhaften Zwiespalt: Ich will mir nicht überall dreinreden lassen von den Betreuern, die kaum älter sind als ich. Zugleich brauche ich aber Hilfe, da ich mich momentan wirklich unfähig fühle, mein Leben zu gestalten! Für die Betreuer wird es wohl auch schwierig sein: Einerseits sollen sie uns als mündig ansehen, anderseits erziehen, beschützen …

Machtkämpfe

Mich von meinem psychisch und physisch ungesunden, lebensfeindlichen Tun wegzubringen war bestimmt eine Gratwanderung, die sowohl von den Berreuungspersonen als auch von mir viel verlangte. Ich sollte einen neuen Umgang mit mir selbst lernen, musste dabei auch "mit sanfter Gewalt" unter Druck gesetzt werden, wollte doch aber zugleich meine Eigenständigkeit behalten können. Ich hatte meine eigenen Vorstellungen von einer gesunden Ernährung, von "Angsttraining" oder von der Notwendigkeit und Häufigkeit von sozialen Kontakten. Schließlich wusste auch nur ich allein, wie belastend eine Übung für mich war und wo meine persönliche Grenze zwischen Forderung und Überforderung lag.
Oft konnte ich eine Konfliktsituation auch nicht anders denn als Machtspiel der Betreuenden auffassen, was ich, um ehrlich zu sein, auch heute noch so sehe:

«Das Ergebnis deiner letzten Blutuntersuchung?»
Silvio nimmt einen Schluck von seinem Morgenkaffee und wendet sich dann mit gleichgültigem Gesicht wieder seinem Stapel Patientenkarten zu.
«Ist alles im grünen Bereich», sagt er.
«Ah, gut – dann würde ich mir gerne eine Kopie davon machen», sagt Mara.
«Ich sagte: Es ist alles im grünen Bereich.»
«Ehm, ich denke, ich darf das Blatt schon kopieren?»
«Nein.»
Mara sieht Silvio verdutzt an, dann fixiert sie das Papier mit ihren Laborwerten, das vor ihm liegt.
«Ich hätte nur gern die Ergebnisse bei mir, damit ich sie später vergleichen kann –»
«Kümmere du dich um die wirklich wichtigen Dinge. Dies hier sind nur tote Zahlen. Du befasst dich sowieso zu viel mit solchen Sachen.»
«Wie kommst du denn darauf? Es sind doch Zahlen, die mich betreffen! Auch Ärzte händigen einem doch Kopien von Laborergebnissen aus?»
«Was du nicht sagst?!»
Ungläubig starrt Mara in sein Gesicht. So ein Wichtigtuer! Trotzdem bemüht sie sich um einen harmlosen Tonfall und sagt: «Ich interessiere mich außerdem sehr für Medizin, ich kann daher auch mit den Fachausdrücken etwas anfangen.»
«Bestimmt. Sag ich ja. Du interessierst dich mehr für die trockene, tote Materie als fürs Lebendige.»
Silvios rechter Mundwinkel lächelt.
«Hat was, hm?»
Mara wendet sich ab. Dann sagt sie: «Ich glaube, du willst mich nur provozieren –»
Sie hält inne und schielt vorsichtig zu ihm hin.
Doch Silvio grinst nur breit. Dann bemüht er sich wieder um ein ernstes Gesicht.
«Finde ich gut, Mara, toll. Zeig mir deine Wut, mach sie spürbar, die ist vollkommen in Ordnung. Du darfst auf mich wütend sein!»
Mara stößt die Luft durch die Nase. Zu liebenswürdig, Silvio!, hätte sie am liebsten gerufen. Er lässt meine Wut einfach an sich abprallen, redet genau wie Jolanda in der letzten Kleingruppe!
«Ich mag mich nur nicht streiten, wenn es nicht unbedingt sein muss, das ist alles!», sagt sie. «Und die Liste liegt doch bei dir auf dem Tisch bereit. Ich möchte sie ja nur für mich kopieren!»
Silvios Grinsen wird noch breiter. Unbeirrt sieht er ihr in die Augen.
«Ich habe es dir gesagt, Mara: Es muss dir jetzt einfach reichen, dass die Werte soweit okay sind. Aber wir können gerne noch eine halbe Stunde darüber diskutieren, wenn du darauf bestehst.»
Mara atmet tief durch. Seine Unberührtheit ist demütigend, seine Stimme geradezu militant ruhig!
«Warum tust du das?», fragt sie, und dann rutscht ihr heraus, was sie die ganze Zeit sagen wollte: «Du willst mich doch einfach nur schikanieren! Nichts anderes!»
Silvios Gesichtsausdruck verfinstert sich.
«Und du willst jetzt einfach irgendetwas durchboxen, was?», ruft er plötzlich, als wäre jetzt sein Damm der Beherrschung doch noch gebrochen. «Diese Hartnäckigkeit nervt! Deine ewigen Argumente, die du immer aus der Tasche ziehen kannst! Sei du lieber in anderen Dingen hartnäckig! – Melde dich doch zur Sprechstunde bei Frau Gaillard an, und verlang deine Laborwerte dort! Vielleicht hast du bei ihr mehr Glück!»
Erschrocken sieht Mara ihn an. Jetzt bloß nicht anfangen zu weinen …
Silvio macht eine energische Handbewegung.
«So, Schluss jetzt! Überleg dir, was du machen willst! Du weißt, ich bin ab übermorgen eine Woche in Urlaub – vielleicht können wir danach wieder wie normale Leute miteinander reden. Ich hab jetzt sowieso einen Termin», sagt er und steht auf.


Mara lässt ihre Zimmertür ins Schloss fallen und presst die Hände vor ihr Gesicht. Nichts wie weg hier!
Sie stellt sich ans Fenster und beobachtet, wie Silvio mit eiligen Schritten von der Klinik weggeht, seine modische Kuriertasche schräg umgehängt.
Er hat es geschafft, dass ich die Beherrschung verliere, aber genau das wollte er wohl erreichen, denkt Mara bitter, dass ich kämpfe, dass ich ungehalten werde! Aber wozu? Er nützt doch nur seine Macht aus!
Fieberhaft beginnt sie zu überlegen, wie sie den Austritt angehen soll. Die Probezeit ist abgelaufen, das Abbrechen dadurch komplizierter. Sie setzt sich auf den Boden und lehnt den Rücken an den Heizkörper. Tränen rinnen über ihre Wangen.
Vielleicht bin ich einfach zu eigensinnig für dieses Therapiekonzept. Aber ohne meinen Eigensinn wäre ich doch im Kern gestorben, nur eine manipulierbare Hülle …


Und sehr oft war mir einfach alles zu viel, ich spürte zu viel Kontrolle durch die Betreuer, hatte zu viele Menschen um mich herum, zu wenig Ruhe. Als ich «aus therapeutischen Gründen» sogar von meinem geliebten Einzelzimmer in ein Doppelzimmerzu einer Mitparientin umziehen sollte, streikte ich – zum Glück – erfolgreich ...

Gruppensitzung

Gegen Ende des Aufenthalts versank ich plötzlich wieder in Hoffnungslosigkeit, ich wollte mich aufgeben. Ich fühlte mich auf diffuse Weise betrogen, war verunsichert und orientierungslos, als wäre ich durch die Klinik auseinander genommen und hinterher nicht wieder zusammengesetzt worden. Ich konnte quasi weder vor noch zurück, zugleich lag der Austritt in beunruhigender Nähe:

Draußen dunkelt es bereits. Das dumpfe Brummen vom Feierabendverkehr dringt durch die geschlossenen Fenster. Aus dem Erdgeschoss kündigen Küchengeräusche das Abendessen an, der Duft nach frisch gebackenem Apfelkuchen weht durchs Treppenhaus. Doch nur nebelhaft erreichen die Geräusche und Düfte Maras Sinne.
Sie ist gefangen in ihrer Welt, auf ihrem fernen Planeten, unter ihren Füßen nur dünnes Eis, irgendeine schwankende Plattform. Gedanken kreisen, kreisen allein um sie, umschwirren sie in immer engeren Bahnen.
Alles nur Täuschung. Enttäuschung. Der Weg also doch nicht ans Licht führend, ein einziger Irrweg. Bloß der Körper jetzt besser ernährt, lebensfähiger, die Seele noch immer unterernährt, genauso verletzbar, schutzlos, ängstlich wie vor der Klinik. Leben eine einzige Überforderung. Jedes zusätzliche Kilogramm am Körper Erwartung signalisierend und Druck, in allen Facetten leben, sich stellen zu müssen, keine Entschuldigung zu haben, sich nicht entziehen, schonen, aus allem raushalten zu können. Mit jedem zusätzlichen Kilo näher beim Leben als beim Tod, immer längeres Warten bis zum Verhungertsein. Der Abgrund nahe, ein Sumpf, wie mit einem Gürtel aus magischer Anziehungskraft umgeben und trotzdem unerreichbar …
Mara holt Atem, dann sagt sie: «Die Sicherheit durch die Magersucht, der Antrieb, alles, was sie mir gegeben hat, fehlt mir jetzt. – Ich fühle mich auf eine Art verschaukelt. Natürlich nicht wirklich von euch, aber – ihr habt mich zum Essen gebracht –, doch was bin ich denn jetzt anderes, mit ein paar Kilogramm mehr auf der Waage? Wozu bin ich jetzt auf der Welt?»
Mara bemüht sich, ihre Stimme nicht weinerlich, nicht anklagend klingen zu lassen.
«Wie soll ich mit meinen Ängsten leben? Was soll ich beruflich tun? – Ich mache euch keine Vorwürfe, es war ja der Sinn, dass ich zunehme, ich habe das ja irgendwo gewollt. Aber jetzt geht das für mich alles nicht auf.»
Lars sieht Mara noch immer schweigend an.
Was soll er darauf schon sagen?!, denkt Mara und fixiert ihre Filzpantoffeln, die sie nie mehr gegen Straßenschuhe austauschen möchte. Immer drinnen bleiben, nur auf weichen, alle Schläge abfedernden Teppichen dahinschweben, kein Asphalt, keine gefährlichen Wege mehr.
Sie will gerade ihre Worte und ihre ganze Geschichte mit einem Lächeln wegwischen und von sich ablenken, als Lars ihr zuvorkommt.
«Ich kann verstehen, dass du nun eine gewisse Orientierungslosigkeit erlebst. Aber versuch jetzt, all deine Gefühle anzunehmen! Wir sind für dich da, und du bist ja noch drei Wochen hier. Du brauchst jetzt einfach Geduld mit dir, bis der Inhalt, den dir das Hungern gegeben hat, durch etwas Attraktiveres ersetzt worden ist. Du befindest dich in einer Übergangsphase, Mara.»
Übergangsphase?!, möchte Mara sagen, Übergangsphase zu was denn?
Sie nickt und versucht, tapfer zu lächeln. Ihre Kehle ist wie zugeschnürt, Tränen warten in ihren Augenwinkeln, doch sie mag nicht vor den anderen weinen. Dann bemerkt sie, dass Elenas Blick auf ihr ruht, sieht ihr flüchtig in die Augen, die so viel Mitgefühl ausdrücken, dass sie sich für einen Moment daran festhalten kann.
Birgit räuspert sich und sagt vorsichtig: «Aber du bist doch immer noch schlank?»
Mara lächelt ihr zu, die Bemerkung war ja gut gemeinte, verdankenswerte Aufmunterung. Doch bei sich denkt sie: Was ist denn schlank?! Schlank klingt nach Ästhetik, Gesundheit, mager tönt lebensferner, todesnäher. Währenddessen geht die Gruppenstunde weiter, die anderen reden, erzählen von Plänen, Versuchen, Fortschritten ...

Der Abschied

… nur noch eine Woche beschützt im Dornhof … Fluchtartig ruft sich Mara sämtliche Dinge in Erinnerung, die sie im Dornhof belasten, ärgern, stören.
Solange ich Lischka habe, bin ich ja nicht allein, denkt sie weiter … noch ist ja nicht mein Austrittstag … aber danach ist niemand da, der mitfühlt, mitdenkt … warum nur hat Conny inzwischen ihren Philipp verlassen?!
Ich könnte in ein Zen-Kloster eintreten, mit Lischka …, oder ich ziehe endlich aufs Land, in ein kleines Dorf, ein winziges Holzhaus mit Gemüsegarten, nehme verstoßene Tiere auf, lese, schreibe, spinne Wolle, male, töpfere, verkaufe die Sachen … Mara lässt den Kopf sinken und presst die Hände vors Gesicht. Nichts würde ich wagen, gar nichts! Nichts! Feigling …

Sehr gemischt und angstvoll waren auch meine Gefühle einen Tag vor dem Austritt. Zum letzten Mal führte ich mit meiner Bezugsperson ein Gespräch, in dem es endgültig um die Rückkehr in den Alltag ging:

Mara hat Silvio gar nicht durch den Flur kommen gehört und zuckt zusammen, als er plötzlich hinter ihr steht. Er trägt ausnahmsweise Schuhe mit dicker Gummisohle, die eher bequem als modisch aussehen und an seinen Füßen einen fremden Anblick bieten.

Sie folgt ihm ins Teamzimmer, setzt sich neben ihn aufs Sofa und legt unauffällig ihr Abschiedsgeschenk auf den Boden.
«Mh, kommt mir seltsam vor, dass das unser letztes Gespräch sein soll», sagt sie harmlos.
«Ja, Mara, lass uns nun ein letztes Mal über deine Tagesstruktur nach dem Dornhof reden. – Ich empfehle dir dringend, Kurse an der Volkshochschule zu besuchen.»
«Ja, kreative Kurse kann ich mir gut vorstellen», sagt Mara eilig, «das interessiert mich sehr.» Und da kann man jederzeit das Zimmer verlassen, denkt sie bei sich und schreibt sich Silvios Anweisungen auf ihren Block.
«Ach, deine Mikroschrift, Mara!», lacht Silvio, dann wird er gleich wieder ernst. «Eine andere Frage. Du hast letzte Woche zugenommen, das ist erfreulich. Traust du dir auch zu, so weiterzumachen?»
Mara denkt an ihre ungeheuerlichen 55 Kilogramm und sagt: «Doch, ich denke schon.»
«Na ja?! – Und mach dir einen Tagesplan, notier kon-se-quent, was du tun, was du essen wirst. Sonst schlitterst du erneut in etwas Ungutes rein. Und bau dir neue Kontakte auf, oder lass alte Freundschaften aufleben. Hast du hier nicht erfahren, dass Beziehungen hilfreich sein können?»
«Doch, bestimmt.» Zögernd fügt Mara an: «Irgendwie muss ich da etwas ändern, sonst fürchte ich, im Alleinsein zu versumpfen.»
Sie lacht und spürt, dass ihr Lachen unecht wirken muss.
«Jetzt hast du eben etwas Bemerkenswertes gesagt: Du fürchtest dich vor dem Alleinsein!? Ja, Mara, verständlich, nachdem du hier so eingebettet warst und ohne extra Bemühungen unter Leuten sein konntest. – Zu Beginn hast du das wohl etwas anders gesehen.» Silvio lächelt viel sagend. «Und sonst, Mara? Wie fühlst du dich, einen Tag vor dem Austritt?»
Mara zögert einen Moment, beginnt, das vertraut verdächtige Würgen im Hals zu spüren. «Ich habe einfach Angst», sagt sie, «vor all den Anforderungen. Vor den Menschen. Ich muss mich doch jetzt wieder bewähren, mich der Umwelt aussetzen – kämpfen.»
Lange und nachdenklich sieht Silvio sie an.
«Weißt du, du machst es einem schon ganz schön schwer, dich einzuschätzen. Du kannst dich so überzeugend ausdrücken, du wirkst besonnen, bist so intelligent, du weißt oft genau, was du willst. Aber zugleich hast du etwas so Kindliches, Verletzliches, Furchtsames. Das berührt mich sehr. Wenn ich deinen Intellekt sehe, werde ich härter, fordernder. Doch wenn ich dich jeweils wie jetzt erlebe, ängstlich, fragend, zweifelnd, etwas verloren, sehe ich dich ganz anders. Es ist schwierig, diese zwei Seiten zusammenzubringen. Du hast deine Not auch selten wirklich ausgedrückt, wenigstens mir gegenüber.» Silvio hält kurz inne. «Trotzdem hilft es dir nicht, wenn ich dich hätschle, das Leben ist nicht so sanft. Du musst selbst für deine Interessen kämpfen!»
Er sieht ihr in die Augen, bis sie seinem Blick ausweicht und die Dienstpläne an der Wand betrachtet. «Ich fühle mich nur noch nicht wirklich bereit dazu», sagt sie nach einer Weile.
Silvio zieht die Augenbrauen hoch.
«Und wann bist du bereit? Das ist ein gefährlicher Gedanke, Mara, da schlitterst du immer tiefer hinein, bis du gar nichts mehr wagst!»
Mara nickt langsam und sagt: «Ich traue mir heute schon einiges nicht mehr zu, was ich früher noch gewagt habe.»
«Ja, deine Ängste, deine Panik kannst du nur überwinden, indem du dich stellst!»
«Ich trainiere ja ständig, aber zuletzt werde ich immer wieder von der Angst eingeholt! Was mir am einen Tag wenig ausmacht, versetzt mich am nächsten in Panik. Ich beginne dauernd von vorn, sogar eine Stufe weiter unten. Das braucht so viel Kraft und Durchhaltewillen!»
Silvio sieht einen Moment lang ratlos aus, dann findet er zu seiner gewohnten Entschlossenheit zurück und sagt: «Trotzdem gibt es nichts anderes! Bleib dran!»
Er klingt ungeduldig, doch Mara erkennt, dass ihn nicht Ungeduld antreibt, sondern sein Wunsch, zu helfen.
Das Gespräch dauert eine Stunde. Am Ende greift Mara neben sich und reicht ihm ihr Geschenkpaket hin.
«Für dich. Zum Abschied», sagt sie etwas verlegen.
«Oh? Sehr kunstvoll verpackt!», sagt Silvio, löst die Umwicklung aus Bast, faltet das handgeschöpfte Papier auseinander, dann erblickt er die Packung farbiger Teigwaren in Sternformen und das Glas Oliven und strahlt Mara so an, dass sie sich ganz gerührt fühlt.
«Die sind schön! Die werde ich mir fürs nächste Festessen aufsparen und dann an dich denken! Ich mag doch Teigwaren so!» Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: «Besonders al Pesto, mit viel fettem Olivenöl!»
Mara lacht und erklärt: «Ich habe mir überlegt, du hast mich zum Essen gezwungen und mir dadurch geholfen – also sollst du von mir auch etwas Essbares erhalten!»
«Schön! Mara – ich fand es interessant mit dir. Auch wenn es manchmal hart auf hart ging und wir uns nicht immer verstanden haben. Aber ich schätzte deine Ehrlichkeit, die anregenden Gespräche mit dir und deine Bereitschaft, genau hinzusehen.»
Er steht auf, schüttelt ihr lange die Hand, dann verabschiedet er sich und begleitet sie aus dem Teamzimmer.

Mara geht durch den Flur und fühlt sich plötzlich wie im luftleeren Raum.
In ihrem Zimmer nimmt sie eilig alle an die Wand gepinnten Merkzettel, Therapiepläne, Termine für schriftliche Aufgaben oder Arztbesuche ab und steckt sie in ihr blaues Mäppchen in der Reisetasche. Heute Abend nur noch der Gruppenabschied, dann ist hier alles vorbei … 

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